Es geht auch einfacher…

Ein Veränderungsprojekt überlagert das Nächste. Wir verändern längst nicht mehr eins nach dem anderen, sondern fortlaufend an vielen verschiedenen Stellen im Unternehmen. Da kann es einfach nicht mehr funktionieren, wenn jeder einzelne Veränderungsauftrag ein Kraftakt ist. Es kann nicht mehr länger jede strategische Entscheidung über aufwändige Programme implementiert werden. Es kann nicht mehr funktionieren, dass wir neben der operativen Arbeit, die eine Veränderung mit sich bringt, noch mehr Zeit und Arbeit für das Auffangen von Widerständen, missverstandenen Informationen oder alten Gewohnheiten brauchen. Veränderung muss effizienter, d. h. einfacher und schneller werden.

Change Management ist wichtig, aber nicht die Lösung.

Change Management soll seit langem diese Probleme reduzieren. Doch die Praxis zeigt leider, dass das allein nicht die Lösung bringt. Ja, Veränderungen müssen gemanagt werden. Aber erst wenn die Führungskräfte und Mitarbeiter verinnerlicht haben, dass Veränderungen der Normalzustand sind, wird es für die Verantwortlichen im Unternehmen leichter, neue Entscheidungen umzusetzen. Veränderungen werden heute immer noch als Bedrohung oder Schikane empfunden, jede weitere Veränderung als „das nächste Veränderungsprojekt, das auch irgendwie vorbeigeht.“ Change Management leistet viele wertvolle Beiträge, aber es setzt an den Symptomen an und versucht diese mit oft hohem Aufwand pro Veränderungsprojekt zu heilen. Als Lösungsansatz werden heute häufig mehrere Veränderungsprojekte zu einem großen Veränderungsprogramm zusammengefasst. Die Idee ist gut, geht aber nicht weit genug, um wirklich Besserung zu bringen.

Weg von der verkrampften Einzelbetrachtung der Veränderungen…

Ganzheitliches Veränderungsmanagement bezieht sich auf den gesamten Veränderungsprozess des Unternehmens und setzt an den Ursachen für Widerstände, Missverständnisse, Ineffizienzen und das Festhalten an alten Gewohnheiten an. Als Unternehmen anpassungsfähig zu sein ist mehr als kurzfristige Flexibilität. Es beinhaltet mehr als veränderungsbereite Mitarbeiter mit innovativen Ideen. Führen in Veränderungen ist mehr als das Managen eines Veränderungsprojektes.

… hin zu echter Anpassungsfähigkeit als Unternehmen.

Die Anwendung moderner, agiler Methoden ist sinnvoll und ein erster Schritt. Das ersetzt aber nicht das grundsätzliche Umdenken von den „vielen Veränderungsprojekten, die neben der normalen Arbeit auch noch abgearbeitet werden müssen“ hin zur stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens als ganz normaler Bestandteil des Arbeitsalltags. Unternehmen, denen dieses Umdenken gelingt und die entsprechenden Kompetenzen bei ihren Führungskräften und Mitarbeitern aufbauen, erlangen damit den wertvollsten Wettbewerbsfaktor überhaupt: Echte Anpassungsfähigkeit.